Comics und Bilderbücher als Medien philosophischer Reflexion

Das tätige Philosophieren findet üblicherweise in der Auseinandersetzung mit Texten statt. Dieser Modus ist in vielen Hinsichten der Präsentation, Reflexion und Klärung von Argumenten und Begriffen angemessen. Insbesondere die Präzision und die Folgerichtigkeit von Formulierungen sind Aspekte, die den philosophischen Austausch überhaupt erst ermöglichen. Seit Beginn der Philosophie werden aber auch andere mediale Formen diskutiert, mit denen das Fassen und Formulieren von Gedanken, mit denen Interventionen im Bereich des Sinns vonstattengehen können. Das dialogische und öffentliche Gespräch war noch vor dem Austausch über Texte der Modus der Reflexion, aber auch Gegenstände und Bilder werden immer wieder als Anlässe herangezogen. Das Philosophieren ist zunächst einmal eine Haltung, die nicht davon abhängt, ob man sich mit der Gesamtausgabe von Kant oder einem Bilderbuch beschäftigt – auch wenn letztlich das Ziel ist und bleibt, etwas auf den Begriff zu bringen und damit Einsicht und Klarheit zu erlangen. Auch und gerade Comics können einen fasslichen Zugang zur philosophischen Reflexion bieten, mit ihnen kann man ins Philosophieren kommen. Sie bieten neben der inhaltlichen und der (begrenzten aber gerade deshalb mitunter pointierten) sprachlichen Ebene auch Bilder als Dimension philosophischer Reflexion. In der Erweiterung des Philosophierens um eine ästhetische Dimension liegt – aus didaktischer Perspektive – zudem auch die Möglichkeit, die Rezeptionsgewohnheiten von Kindern und Jugendlichen als Ausgangspunkte theoretischer Einlassungen fruchtbar zu machen.

Bilder und Comics können als Quelle der Irritation dienen (wie die “Nicht Lustig”-Cartoons), Prozesse vor Augen führen, Zusammenhänge hervorheben und vieles mehr. Neben diesen Formen der produktiven Rezeption ist die eigenstände Gestaltung von bildlogischen Erzeugnissen (wie Comics oder auch Postern) dazu geeignet Reflexionsprozesse dar- oder Strukturen einander gegenüber zu stellen.

Im Rahmen dieses Beitrags werden studentische Konzeptionen von Unterrichtsstunden vorgestellt, die in Vorbereitung auf das fachdidaktische Praktikum für die Schulfächer Ethik und Philosophie entstanden sind und jeweils die Arbeit mit Comics in den Mittelpunkt stellen.

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